Pflanzen richtig wässern: Lieber seltener, dafür gründlich!
Heiße Sommertage und längere Trockenperioden stellen viele Pflanzen vor Herausforderungen. Eine standortgerechte Pflanzenauswahl ist die beste Voraussetzung dafür, mit möglichst wenig zusätzlicher Bewässerung auszukommen.
Doch die perfekte Pflanze für jede Wetterlage gibt es allerdings nicht. Pflanzen, die längere Trockenperioden sehr gut vertragen, kommen unter Umständen mit dauerhaft nassen Böden im Herbst oder Winter weniger gut zurecht. Standortgerechte Pflanzung bedeutet deshalb immer, die bestmögliche Auswahl für Boden, Lage und die zu erwartenden Bedingungen zu treffen. Extreme Witterungsverhältnisse lassen sich jedoch nicht vollständig berücksichtigen.
Besonders Neupflanzungen benötigen in längeren Trockenperioden zusätzliche Aufmerksamkeit. Ihr Wurzelsystem ist noch nicht ausreichend entwickelt, um sich zuverlässig aus tieferen Bodenschichten mit Wasser zu versorgen.
Lieber seltener und dafür durchdringend wässern!
Eine der wichtigsten Regeln beim Wässern lautet: Nicht ständig kleine Mengen Wasser geben, sondern bei Bedarf ausreichend und durchdringend wässern. Wird immer nur die Oberfläche befeuchtet, steht den Pflanzen das Wasser hauptsächlich in den oberen Bodenschichten zur Verfügung. Entsprechend konzentriert sich auch die Wurzelbildung stärker auf diesen Bereich.
Ziel ist es jedoch, ein möglichst tief reichendes Wurzelsystem zu fördern. In tieferen Bodenschichten bleibt die Feuchtigkeit länger erhalten, da diese weniger schnell austrocknen. Gut entwickelte Pflanzen können dadurch später auch längere Trockenperioden besser überstehen.
Der Boden entscheidet mit!
Wie häufig und wie viel Wasser notwendig ist, hängt von Pflanze, Standort, Witterung und Boden ab. Sandige Böden haben beispielsweise eine andere Wasserspeicherfähigkeit als lehmige Böden. Bei schwierigen Bodenverhältnissen können geeignete Substrate und Bodenverbesserungsmaßnahmen dazu beitragen, die Bedingungen für die Pflanzen zu verbessern.
Grundsätzlich lohnt sich aber der einfache Test mit der Hand: Prüfen Sie einige Zentimeter unterhalb der Oberfläche, ob der Boden tatsächlich trocken ist. Und kontrollieren Sie ruhig an mehreren Stellen. Selbst innerhalb eines Gartens können sich Bodenverhältnisse und Feuchtigkeit deutlich unterscheiden.
Wer es technischer möchte, kann die Bodenfeuchtigkeit auch mithilfe intelligenter Systemlösungen überwachen.
Nicht nur auf die Pflanze schauen!
Hängende Blätter können auf Wassermangel hinweisen, müssen es aber nicht zwangsläufig. Manche Pflanzen, beispielsweise Hortensien, lassen bei großer Hitze vorübergehend die Blätter hängen. Damit reduzieren sie unter anderem ihre Verdunstungsfläche und reagieren auf die hohe Wasserabgabe bei starker Hitze, obwohl im Boden noch ausreichend Feuchtigkeit vorhanden ist. Am Abend können sich die Blätter dann wieder aufrichten.
Deshalb sollte nicht allein das Erscheinungsbild der Pflanze über das Wässern entscheiden. Ein Blick auf die Bodenfeuchtigkeit liefert zusätzliche Sicherheit.
Warten Sie möglichst nicht erst auf sichtbare Trockenschäden, sondern kontrollieren Sie bei längeren Trockenperioden regelmäßig, ob noch ausreichend Feuchtigkeit im Wurzelbereich vorhanden ist.
Wann sollte gewässert werden?
Am besten wird früh am Morgen gewässert. Boden und Luft sind noch vergleichsweise kühl und es verdunstet weniger Wasser als während der heißen Tagesstunden.
Das Wasser sollte möglichst gezielt in den Wurzelbereich gelangen. Das ist effizienter, als Blätter und Blüten unnötig mit zu bewässern. Zudem kann länger anhaltende Blattnässe bei manchen Pflanzen die Entstehung von Pilzkrankheiten begünstigen.
Ist eine Pflanze bereits deutlich zu trocken, sollte natürlich trotzdem gewässert werden. Dann ist die ausreichende Wasserversorgung wichtiger als der perfekte Zeitpunkt.
Kurz zusammengefasst.
Die richtige Pflanzenauswahl bleibt die wichtigste Grundlage für einen widerstandsfähigen Garten. Bei längeren Trockenperioden und insbesondere bei Neupflanzungen kann zusätzliche Bewässerung trotzdem notwendig sein.
Dann gilt: Bodenfeuchtigkeit prüfen, lieber seltener und dafür durchdringend wässern und möglichst am frühen Morgen.